Prozessorientierte Aufsatzkorrektur

Der Aufsatzunterricht stellt auch Kinder in der zweiten Klasse noch vor einige Herausforderungen: Texte entstehen nicht an einem Tag, sie entwickeln sich und müssen überarbeitet und korrigiert werden. Hinzu kommt, dass Leser die Geschichte anders verstehen, als der Autor selbst. Wie geht man mit dieser Anforderung um?

Für den Deutschunterricht nutze ich ein Geschichtenheft, in welchem die Kinder über verschiedene Themen schreiben: gemeinsam erlebte Ausflüge der Klasse, Ergebnisse von Projekten, eigene Geschichten, Berichte zu den Ferien. Besonders schön an dieser Heftgattung ist, dass pro Doppelseite eine Seite für Zeichnungen und Bilder vorbehalten ist.

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Die Kinder lieben ihr Geschichtenheft, in welchem sie während des zweiten Schuljahres erste Schreiberfahrungen sammeln und ihren Ideen freien Lauf lassen können.  Auch Aufsätze schreiben die Schülerinnen und Schüler in dieses Heft. Das bekannte Übungsformat nimmt die Nervosität und gibt ihnen Sicherheit. 

Besonders wichtig ist mir, die Prozesshaftigkeit beim Schreiben von Texten erfahrbar zu machen. Häufig wehren sich Kinder dagegen, ihre Geschichten noch einmal zu überarbeiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, einzelne Punkte anzusprechen, die auch tatsächlich leistbar sind und nicht zur Überforderung führen. Folgende Schritte setze ich bei der Korrektur um:

  • Abtippen der Schülertexte: die Rechtschreibfehler werden dabei korrigiert, fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung, fehlende Satzzeichen und Grammatikfehler bleiben jedoch bestehen.
  • Markieren der notwendigen Rechtschreibkorrekturen für die Groß- und Kleinschreibung mit Pfeilen über den jeweiligen Buchstaben: Pfeil nach oben (schreibe groß), Pfeil nach unten (schreibe klein).
  • Markieren eventueller grammatikalischer Fehler im Text.
  • Ein Verbesserungsauftrag am Ende der Geschichte, welcher sich als zentrales Problem herausstellt, z.B. „Finde einen passenden Schluss.“ / „Setze alle Verben in die Vergangenheit.“ / „Verwende unterschiedliche Satzanfänge.“

Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihren Text in Druckform zurück und haben zur Überarbeitung nun zwei Möglichkeiten:

1. Fehlerfreies Abschreiben des Textes ohne weitere Korrekturen.

2. Zusätzliche Bearbeitung des Auftrages, um die Geschichte zu verbessern.

 

Mit dieser Form der Aufsatzkorrektur habe ich sehr gute Erfahrungen gesammelt. Die Kinder haben die Möglichkeit, ihren Text weiterzuentwickeln und eignen sich dadurch Wissen an. Unstimmigkeiten in Texten werden thematisiert und erkannt. Je nach individueller Kompetenz kann der Schüler verschiedene Möglichkeiten nutzen, um den eigenen Text zu verbessern.

Besonders hilfreich sind für mich dabei die farbigen Schreiber „Silber Basic XB“ von Schneider. Somit können unterschiedliche Bereiche in der Überarbeitung kenntlich gemacht werden.

 

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Christiane

 

 

4 Antworten auf „Prozessorientierte Aufsatzkorrektur“

  1. Liebe Christiane,
    vielen Dank für den Einblick. Das werde ich im kommenden Schuljahr ausprobieren. Könntest du mir bitte sagen, welche Farbe du für welchen Bereich einsetzt? Vielen Dank!
    Liebe Grüße
    Silke

     
    1. Liebe Silke, hab vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich verwende grün für Groß- und Kleinschreibung, rot für Grammatik (z.B. Zeitform von Verben), orange für inhaltliche Fragen und blau für Satzanfänge. In der jeweiligen Farbe schreibe ich dann den Arbeitsauftrag unter den Text.
      Liebe Grüße und viel Erfolg beim Ausprobieren, Christiane

       

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